USA 2014

Südstaaten

3 Wochen von Washington D.C. bis New Orleans und zurück nach New York.


20.9. – 10.10.

20.9.
Heute geht es also los. Die mittlerweile 12. Reise in die USA. Der Ausgangspunkt ist Washington DC und durch 14 Bundesstaaten geht es bis nach New York. Wobei die Anfangs- und Endstädte diesmal nicht Teil der Reise sind. Wir landen gegen 14:00 und nach problemloser Immigration und ein wenig Warten auf das Gepäck sind wir dann auch schon mit unserem Mietwagen, einem Ford Escape 4WD mit allem Möglichen an Ausstattung, unterwegs. Nachdem wir ca. 70 Meilen später unser Hotel in Winchester (VA), nach einem kleinen Abstecher nach West Virginia, erreicht haben, machen wir noch den obligaten ersten Einkauf im Walmart. Proviant für die nächsten Tage und eine Coleman Icebox, die am Ende der Reise mit nach Wien geht. Als Abendessen genehmigen wir uns ein köstliches Steak bei Ruby Tuesday.
113Km

21.9.
Der heutige, erste Tag führt uns durch den Shenandoah NP. 105 Meilen geht es am Skyline Drive entlang der Appalachen und immer wieder kann man von verschiedenen Aussichtspunkten auf die angrenzenden Ebenen blicken. Gleich kurz nach der Einfahrt in den Park hat ein Autofahrer auf der Straße angehalten und deutet in den Wald. Als wir an diese Stelle kommen, sehen wir gerade noch, wie ein Schwarzbär im Dickicht verschwindet. Und kurz bevor wir am Südende wieder aus dem Park hinausfahren, quert ein zweiter Schwarzbär die Straße direkt hinter einem entgegenkommenden Radfahrer. Der Radfahrer hat das nicht bemerkt. Nach dem Ende des Parks fahren wir noch weiter bis Aubingdon, wo wir uns ein Motelzimmer suchen.
554Km

22.9.
Heute fahren wir bis zu den Smoky Mountains. Doch bevor wir unsere Schlüssel für die Cabin holen, begeben wir uns ins Tanger Outlet Sevierville. Hier ist gleich unser erster größerer Einkaufstrip. Danach zur Stärkung ein Burger im Hard-Rock-Cafe Peagon Forge. Übrigens nicht das letzte HRC dieser Reise. Doch dann auf zu Auntie Belham, wo wir die Cabin für 3 Tage gemietet haben. Hier bekommen wir den Code für den Schlüsselsave und eine Wegbeschreibung, da angeblich die Navis hier nicht hinfinden. Das stimmt leider. Aber auch mit der schriftlichen Anleitung ist es nicht einfach, die Cabin ‚2 Peas in a pod‘ zu finden. Nach mehrmaligem Wenden und hin- und herfahren kommen wir doch noch an unserem Ziel an. Zum Glück ist es hell, denn im Dunkeln wäre das ziemlich schwierig geworden. Dafür genießen wir am Abend noch das Jacuzzi auf der Terrasse.
274Km

23.9.
Nach dem Frühstück geht’s auf in den Great Smoky Mountains NP. Wir fahren auf der Loop-Road durch Cades Cove, aber nur bis zur Abzweigung zur Parsons Branch Road. 8 Meilen Off-Road, nur mit 4WD machbar. Mit einigen steilen Stellen und Wasserdurchfahrten. Aufregend!

Dieser Weg mündet direkt in die US 129. Dieser Abschnitt der Straße wird auch ‚Tail of the Dragon‘ genannt. Ein beliebtes Ziel für amerikanische Motorradfahrer.

Von hier gelangen wir zum östlichen Eingang des Nationalparks in North Carolina, nach Cherokee. Nach dem Besuch der Mingus Mill weiter zum Clingmans Dome auf 2024m. Nach einem teilweise ziemlich steilen Fußmarsch über eine halbe Meile kommen wir zu einem Aussichtsturm, von dem man einen tollen Blick über die Smoky Mountains hat.

Am Rückweg zu unserer Blockhütte kaufen wir noch Abendessen für die nächsten zwei Tage ein. Heute gibt es Burger und morgen dann ein standesgemäßes Steak. Wir haben schließlich einen Grill vor unserer Cabin stehen und der will benutzt werden.
272Km

24.9.
Bereits kurz nach 9 Uhr sind wir bei den Sugarland Riding Stables. Wir wollen heute einen Ausritt in die Wälder der Great Smoky’s machen. Nach einer kurzen Einweisung sitzen wir schon im Sattel und mit einem Guide und noch zwei anderen Mitreitern traben wir los. Nach ca. 15 Minuten hält unser Guide an, und wir sehen einen Schwarzbären vor uns über den Weg gehen. Und bei Halbzeit beobachtet uns noch ein zweiter, noch sehr junger Bär neugierig aus dem Wald heraus. Eine Stunde später treffen wir wieder am Ausgangspunkt ein. War eine sehr interessante Runde, sogar für mich als unerfahrenem Reiter.

Und damit auch wir etwas Bewegung machen, laufen wir danach in Cades Cove eine kleine, 4,4 Km lange, gemütliche Runde (28°). Und als Kontrastprogramm besuchen wir am Nachmittag einen riesigen Christmas Shop in Peagon Forge. Weihnachtsmusik und Christbaumkugeln im September. Abends dann besagtes Steak mit Ofenerdäpfel.
128Km

25.9.
Unsere heutige Fahrt nach Nashville gestalten wir mit kleinem Umweg über Kentucky, und kurz vor Nashville liegt der Ort Hendersonville, wo am Friedhof das Grab von Johnny Cash und June Carter ist. Für den Abend organisieren wir uns im Hotel einen Shuttlebus zum Broadway. Das spart uns das Parkplatzsuchen und man hat kein schlechtes Gewissen, wenn man das eine oder andere Bier trinkt. Und hier ist einiges los. Unzählige Bars und Lokale mit Livemusik. Entweder vor das offene Fenster stellen und zuhören oder reingehen und hinsetzen. Kurz noch ins Hard-Rock und dann im ‚Margaritaville‘ ein paar Stunden Live-Musik. Mit dem vorletzten Shuttle fahren wir dann kurz vor Mitternacht zurück zum Hotel.
461Km

26.9.
Heute besuchen wir die Country Music Hall of Fame und das legendäre Studio-B. In diesem Studio haben früher beinahe alle großen Country-Stars ihre Platten aufgenommen. Auch Elvis Presley, der hier dreiviertel aller seiner Lieder aufgenommen hat. Dann waren wir nochmal am Broadway, wo es auch nachmittags nicht viel ruhiger zugeht wie abends. Und um 19 Uhr begann dann die Radio-Show in der Grand Ole Opry, für die wir die Karten bereits zuhause gekauft haben. Zwischen den einzelnen Auftritten von mehr oder weniger bekannten Musikern, sowie Nachwuchskünstlern, werden Werbungen des Sponsors vorgelesen.
61Km

27.9.
Der westlichste Punkt unserer Reise ist Memphis, das wir heute erreichen. Das Zimmer im Days Inn ist schon reserviert, denn von hier sind es nur ein paar Schritte nach ‚Graceland‘. Nach dem Einchecken kaufen wir uns gleich die Tickets und während wir auf den Bus warten (der bringt uns nur über die Strasse zum Haus!!), werden wir noch mit iPads und Kopfhörern für alle möglichen Informationen über Graceland ausgestattet. Die Führung durch das Wohnhaus von Elvis Presley ist ziemlich hektisch, aber den Rest des Anwesens kann man sich dann in Ruhe ansehen. Flugzeug- und Automuseum lassen wir aber aus.

Am Abend fahren wir dann zur Beale Street. Zuvor noch ein Stopp bei den Sun-Studios, wo unter Anderem ein gewisser Elvis Presley entdeckt wurde. Und in der Beale Street startet bei unserer Ankunft gerade eine Art ‚Regenbogen-Parade‘. Da ist einiges los. Ähnlich wie in Nashville gibt es auch hier viele Lokale mit Live-Musik. Und ein HRC. Die Straße ist abends für den Autoverkehr gesperrt.
396Km

28.9.
Nach dem Frühstück gehen wir noch mal nach Graceland. Das Tor ist offen und man kann durch den kleinen Park bis zum Haus gehen. Alles ohne Bus und andere Besucher. Dann geht’s aber ab nach New Orleans. Ist zwar eine lange Fahrt, aber bis kurz vor ‚Nawlins‘ ohne Probleme. Dann setzt noch heftiger Regen ein, der aber in der Stadt wieder vorbei ist. Abends ‚drizzelt‘ es in der Bourbon-Street dann noch ein bißchen. Aber das stört nicht. Die Stimmung hier ist anders als 1996. Hurricane Kathrina hat scheinbar auch hier im French-Quarter einiges verändert. Man hört weniger Jazz, dafür gibt es mehr XXX-Lokale. Mit der ‚Maison Bourbon‘ finden wir aber ein Lokal, wo es richtigen Dixie-Jazz gibt.
628Km

29.9.
Heute hat unser Auto Ruhetag. Wir frühstücken im nahe am Hotel gelegenen Cafe Envie. Mit Spiegelei und Speck und einem ungewöhnlich guten Kaffee. Dann spazieren wir über den Riverwalk und Jackson-Square durch das French Quarter. Die Beignets im Cafe du Monde dürfen natürlich auch nicht fehlen. Ebenso wie der obligate Besuch im Hard-Rock-Cafe.

30.9.
Pünktlich um 9 Uhr starten wir unsere längste Etappe dieser Tour. Über 800km stehen heute auf dem Programm. Quer durch Alabama, das bisher ein weißer Fleck auf meiner USA-Karte war. Kurz nach 15 Uhr überqueren wir die Grenze nach Georgia, wo wir eine Stunde verlieren, da hier die Eastern-Timezone beginnt. Gegen 18 Uhr erreichen wir Covington. Hier in der Gegend sind die Drehorte für einige Fernsehserien (Vampire Diaries, The Originals, The Walking Dead) und Filme.
814Km

1.10.
Vormittag fahren wir nach Atlanta auf einen kurzen Besuch im CocaCola-Store, einen Kaffee im Hard-Rock-Cafe, zu CNN und wieder zurück nach Covington.

Hier wollen wir an einer Originals-Tour teilnehmen. Treffpunkt sollte das Visitor-Center in Covington sein. Aber hier ist zum vereinbarten Zeitpunkt niemand. Auf Nachfrage im Mystic-Shop erfahren wir, das die Tour im 10 Meilen entfernten Conyers stattfindet. Also rein ins Auto und nach Conyers. Dort treffen wir dann eine halbe Stunde später zu unserer Tour. Wir haben laut Tourguide Jessica eh nichts Wichtiges verpasst und erfahren hier dann im Verlauf der nächsten Stunde, wie der kleine Ort für die Dreharbeiten zu einem zweiten New Orleans umgebaut wird.
192Km

2.10.
Zu unserem nächsten Ziel fahren wir über Madison und Macon. Dieser Teil der Strecke führt entlang des sogenannten Antebellum-Trail. Hier sind noch sehr viele Herrschaftshäuser aus der Zeit vor dem Bürgerkrieg (‚Ante-Bellum‘) erhalten geblieben. In Savannah angekommen, sticht als erstes das Spanish-Moss ins Auge. Kaum ein Baum von dem nicht diese Pflanze wie Lametta herunter hängt (Nach einer indianischen Legende ist Louisianamoos das Haar einer Prinzessin, die am Tage ihrer Hochzeit von Feinden getötet wurde. Der trauernde Bräutigam soll es abgeschnitten und in einen Baum gehängt haben. Der Wind trug das Haar fort und verteilte es so über das ganze Land).
454Km

3.10.
Vormittags noch ein bißchen shopping im Hilton-Head-Island Outlet, wo wir neben dem Parkplatz einem kleinen Alligator begegnen. In Beaufort soll an diesem Wochenende das Shrimpsfestival stattfinden, das beginnt aber leider erst um 18h. Also weiter zur Sheldon Church Ruin


und dann nach Charleston.


Nach einem Spaziergang durch den Historic District essen wir im Southend Brewery und am Weg zum Auto setzt leichter Regen ein. Also rein in eine Bar auf einen Drink und warten bis er wieder vorbei ist.
237Km

4.10.
Kurz nach Charleston liegt die Boone Hall Plantation. Bei einer Tour durchs Haus erfahren wir einiges über die Geschichte der Plantage. Hier war auch der Drehort für die TV-Serie ‚Fackeln im Sturm‘.

Dann noch ein Stopp in Myrtle Beach. Eigentlich wollten wir hier nur zum Hard-Rock-Cafe (Nr.6). Aber auf dem Parkplatz davor ist gerade ein Mustang-Treffen. Unzählige aufgemotzte und aufpolierte Ford Mustangs werden von ihren Besitzern stolz präsentiert. Auch einige Shelby’s und Cobra’s haben sich darunter gemischt. Wir fahren dann noch bis ca. 18h und nächtigen in Jacksonville.
396Km

5.10.
Endlich ans Meer! Ziel sind die Outer Banks, genauer gesagt der Ort Nags Head. Da wir aber nach wie vor an kilometerlangen Erdnussfeldern vorbeifahren, halten wir an einem kleinen Shop und geniessen noch einmal die ‚Boiled Peanuts‘. Die Erdnüsse werden samt Schale mindestens 24h lang gekocht. Danach schmecken sie so ähnlich wie gekochte Bohnen. Nur besser.

In Nags Head beziehen wir ein Zimmer im Colonial Inn direkt am Strand. Nachdem wir in einer Seafood-Bar ein ausgezeichnetes Schwertfisch-Steak gegessen haben, machen wir am Abend noch einen 4,2km-Lauf.
307Km

6.10.
Die Outer Banks (kurz OBX) sind eine schmale und 280 Kilometer lange Inselkette im Atlantik vor der Küste North Carolinas. Bis Okracoke gibt es ein paar Leuchttürme, Sanddünen und Strände. Mit der Gratisfähre kann man in einer Stunde von Hatteras nach Okracoke fahren. Einen dieser Strände haben wir uns für ein kurzes Bad im Meer ausgesucht. Die Wellen sind hier doch manchmal recht gewaltig. Aber das Wasser ist für Anfang Oktober noch sehr angenehm.
292Km

7.10.
Bevor wir von den Outer Banks Abschied nehmen, fahren wir noch nach Kill Devil Hills. Hier wurde von den Wright-Brüdern 1903 der erste Motorflug mit Start und Landung erfolgreich absolviert.

Nachdem wir den Chesapeake Bay-Bridge-Tunnel durchfahren bzw. überquert haben, landen wir in Rehoboth Beach. Hier müssen wir nochmal in ein Outlet, da Delaware ein Taxfree-Staat ist.
415Km

8.10.
Atlantic City. Berühmt, berüchtigt und leider ein wenig außer Mode seit Glücksspiel auch in anderen Staaten erlaubt ist. Viele Hotels werden geschlossen (allein 2014 schon 4).

Wir nehmen ein Zimmer im Trump Taj Mahal. Riesig, prunkvoll. Und wenn wir schon hier sind, dann spielen wir auch ein bißchen im Casino. $ 5,- rein in die Slot-Machine und kurz darauf schon ein Gewinn von $ 173,-. Somit ist der heutige Tag mit Zimmer und Abendessen gratis. Übrigens darf man hier im Casino rauchen. Und das in den USA! Zufällig ist direkt im Hotel auch das Hard-Rock-Cafe Atlantic City. Somit hätten wir bei dieser Reise 7 HRC’s besucht.
256Km

9.10.
Richtung New York und quer durch Brooklyn nach Long Island, genauer nach Blue Point geht die letzte große Tagesetappe. Im letzten Hotelzimmer beginnen wir, das Gepäck schon ein wenig für die Heimreise vorzubereiten. Am Abend sind wir dann zum Essen bei Bekannten eingeladen.
317Km

10.10.
Da wir bis zum Abflug noch einige Zeit haben, sehen wir uns die vielen, für Halloween geschmückten, Vorgärten in den Orten entlang der Küste auf Long Island an. Grabsteine, Skelette, Geister und Spinnweben zieren die Gärten. Hier wird einiger Aufwand betrieben. Nach Rückgabe des Mietwagens und nach Einchecken und Sicherheitskontrolle am JFK-Airport genießen wir die Business-Lounge der Austrian-Airlines, da wir über Smart Upgrade den Zuschlag für den Heimflug in der Business-Class bekommen haben. Ein ganz neues Fluggefühl.
85Km

Und nach 3 Wochen und 6600km bleibt die Erinnerung an eine tolle Reise mit perfektem Wetter.